Musikgeschichten

anfangen

an·fan·gen
/ánfangen/

starkes Verb

1a.
etwas in Angriff nehmen, mit etwas beginnen
„eine Arbeit, einen Brief, eine Freundschaft, ein Gespräch, ein neues Leben anfangen“

(Definition laut Duden)

Umwege

Schon früher war ich eine Künstlerin. Aber eine, die mit Hingabe alles dafür tat, keine zu sein. Ich habe Tee gekocht, die Wohnung geputzt, Lieblingsserien und Filme (vorzugsweise „Mord mit Aussicht“ oder alle Harry-Potter-Teile) in Dauerschleife geguckt. Dazu gab es Yogi-Tee-Weisheiten und große Träume. Und Witze über mich selbst. Ja, ich war auch ganz viel als Songwriterin und Journalistin unterwegs, habe ganz viel geschafft, war immer Schreiberin, erst heimlich, dann verschämt. Ich war mehrmals Chefin und als Sängerin und Musikerin unterwegs, wann immer ich Zeit und unaussprechliche Gefühle hatte. Aber meinen eigenen Träumen und Wünschen den Vorzug geben und endlich WIRKLICH anfangen? – Das erschien mir nun doch sehr egoistisch und abwegig.

Ganz sicher hängt das Ganze damit zusammen, dass ich es so gelernt habe und manchmal wirklich sehr langsam bin. Aber: Gut Ding will Weile haben. Die Anderen waren in meinen Gedanken genauso wichtig wie in der Serie Lost. Und natürlich, die Sicherheit, oder was man eben dafür hält. Ratschläge saugte ich auf wie ein Schwamm – und blieb unauffällig. „Etwas Vernünftiges“ stand auf dem Plan und wenn meine Mutter sagte, „Du kannst machen, was Du willst“ empfand ich das eher als Hohn. Was tun, bei all den Möglichkeiten? Wie loslegen, bei all dem „Sei aber bloß vorsichtig in dieser großen, bösen Welt“. Was die Welt und ihre Möglichkeiten anging, war und bin ich trotz aller Geschichten über Gräten, Bösewichte und seit einem Jahr auch trotz der Corona-Nachrichten, optimistisch.

Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip

Ich habe immer daran geglaubt – und glaube nach wie vor daran, dass die Welt eigentlich eine gute ist, auch wenn viele Traumata in ihr, mir, uns allen herumwabern. Ich glaube an die Liebe, das schöne Leben, die Sonne und daran, dass man in Harmonie miteinander leben kann. Das klingt so kitschig wie Wolfsköpfe auf Motorradlack – but I mean it. Ich glaube daran, dass man sich die Welt, mindestens manchmal, so machen kann, wie sie einem gefällt. Natürlich faktenbasiert und mit allen Ups und Downs. Und deshalb beginne ich diese vielteilige Stream of Consciousness-Geschichte hier mit etwas, das mir aufgefallen ist, seit unsere Tochter geboren wurde. Neben der Kategorie Lieblingsmusik und Musikgeschichten wird es auf diesem kleinen Blog deshalb auch „now and then“ geben. Dinge, die mir erst klar sind, seit ich Mama geworden bin.

Jedenfalls: Die Welt könnte eine bessere sein, wenn jeder sich um seinen Scheiß kümmern würde. Wirklich kümmern. Um sich. Und darum, seine Wünsche nicht immer hinter Tee, Weisheit-Plattitüden und irgendeinem Bildschirmkasten zu verstecken. Hervorlugen und sich zeigen: Das ist, was ich ab heute mache: Ich fange an. Mit diesem Blog. Immer mittwochs werdet Ihr ab sofort von mir lesen und hören. Zur Feier des Anfangs gibt es heute sogar zwei Beiträge.

Mein Name ist Nadine Sole, ich schreibe und singe, fotografiere und genieße Momente. Ich sauge Schönes und weniger Schönes auf, denn, Alter Vatter, ich bin sensibel. Das ist meine Superkraft und nur ein special effect von vielen. Ich bin verheiratet und habe eine kleine Tochter und lerne jeden Tag viele Dinge. Vielleicht lernt Ihr ja mit mir?

Viel viel Spaß beim Lesen, Hören und Tanzen und bleibt gesund und fröhlich, Eure Nadine ☀