Rezension: „Das Herz denkt nicht, es fühlt“

Wie meine Lesegewohnheiten bis vor kurzem aussahen: mau. Jahrelang habe ich keinen Roman mehr fertig gelesen. Meine letzte heiße Lesephase muss gut 12 Jahre her sein. Das als Schreiberin zu schreiben, kostet mich Überwindung. Aber – tataaa – ich habe die Lesefaulheit ebenfalls: überwunden.

Viele Herzen für dieses Buch!

Bis ich Jennifer C. Angersbachs „Das Herz denkt nicht, es fühlt“ angefangen habe, hat es – natürlich – Monate gedauert. Ich stille meine Tochter noch und richtig viel Zeit nebenher hab ich nicht. Und dann auch noch das Thema und die Frage: „Wie viel Marina steckt in Dir“? Von Anfang an hatte ich befürchtet: eine Menge.

Und tatsächlich: Sehr nah war mir die Hauptprotagonistin Marina, die mit ihrer lockerleichten, inkonsequenten, aber liebevollen Art von einem Drama ins nächste steuert. Alle Charaktere, ganz besonders aber Marina, wachsen einem beim Lesen unweigerlich ans Herz. Jeder hat eine Baustelle. Jennifer C. Angersbach schafft es mühelos, Situationen zu kreieren, die sich wie ein anstrengendes Zuhause anfühlen. Personen zu beschreiben, die so neurotisch schön sind wie du und ich. Zu viel Denken, zu viel Beziehung, zu viel von allem. Oder: zu wenig? Der Grund für Marinas Ratlosigkeit trifft mitten ins Herz und hat mir mehr als ein Tränchen entlockt. Denn genau wie Marina war auch ich lange damit beschäftigt, alle anderen hochzujubeln und mich selbst klein zu reden. Unweigerlich auch: kleinreden zu lassen. Nicht einfach, deep shit wie diesen zu verdauen. Nicht einfach, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Dinge anzunehmen, um sie loszulassen.

Sollte mir mal wieder eine Anlaufstelle fehlen, würde ich ziemlich sicher Coach und Schreiberin Jennifer C. Angersbach konsultieren. Allein ihres Kürzels wegen. JA zu diesem Roman, JA zur persönlichen Weiterentwicklung und Vorfreude auf den Nachfolger. Bis dahin: Lesen, bitte!

acoustic plaza, die zweite

Ihr Lieben, lange nichts geschrieben. Es war so viel los, endlich konnte ich ein paar Menschen wieder live sehen und tatsächlich steht auch zwei Mal Livemusik an, jetzt. Ein Konzert findet schon diese Woche statt. Falls es euch also nach Xanten verschlagen sollte, kommt rum, der Eintritt ist sogar frei, lediglich einer Anmeldung/Registrierung bedarf es. <3

La, la, Livemusik

Merci an Jörg Klotzbach aka JIP Band für die Einladung nach Xanten. Fotos: Marius Görris

2018 durfte ich bereits an der herrlichen Kulisse der Xantener Südsee spielen, am Freitag bringe ich sogar ein neues Instrument mit. Denn da ich meistens mit der ganzen Family anreise und wir (noch) keinen VW-Bus haben, muss die Logistik genau geplant werden. Das E-Piano ist jedenfalls zu groß, für Freitag.

Hier die harten Fakten:

Wir sehen uns am 13.8. um 19 Uhr am Hafen Xanten, Salmstraße 30.

Mit von der musikalischen Partie sind die wunderbaren Kollegen Der Chucky, Evan Freyer und JIP Band. Weitere Infos findet Ihr hier. Freu mich sehr auf die illustre Runde, Euch und Livemusik nach quasi Jahr und Tag.

Auf bald. Eure Nadine

neuer pressetext, neue pläne

Tochter des Windes, Schattengewächs, Sonnenfrau: Nadine Sole (bis 2019 Nadine Beneke) singt engelsgleich und mit Wumms von einer besseren Welt, in der Nettigkeit keine Schwäche, Anderssein normal und Liebe die einzig wahre Superkraft ist. Ihre Songs wandeln dabei zwischen Selbstreflexion und Wunschgedanken, Lobpreisungen des Moments und Reisen in die Vergangenheit. Ihre Instrumente: Stimme, Schlagzeug, Ukulele und Klavier. Wie das klingt? Nach Tiefgang mit Soul.

Auf geht’s!

Beitragsbild: Julia Gagaik, Artwork: strassenmaid

Diesen Pressetext über mich selbst habe ich kürzlich verfasst. Nicht, dass ich scharf darauf wäre, von mir selbst in der dritten Person zu sprechen (wobei ich seit einem Jahr zugegebenermaßen relativ oft von mir selbst als „die Mama“ spreche). 😀 Allerdings fand ich, es war und ist an der Zeit, mal dazu zu stehen, was ich mache, wer ich bin, wie ich klinge. Auch wenn ich so dankbar bin, über alle Rückmeldungen, Lob und alles, was von außen kommt. Letztendlich ist das Ganze etwas, das ich selbst in die Hand nehmen möchte. Denn es geht wieder los. Aufnahmen, Kooperationen und vor allem: Live-Auftritte! Ich freue mich auf feierliche Anlässe und Konzerte mit echten Menschen. Darauf, wieder Musik erklingen zu lassen, auf Musik und Musikmenschen.

Neuer Fahrplan

Denn mit mir selbst habe ich reichlich Zeit verbracht. Ich habe mich neu aufgestellt, Dinge Revue passieren lassen und neue Lieder geschrieben. Ich bin gespannt, wie Ihr sie findet. Ein wenig geändert hat sich daher auch mein Fahrplan: War ich bis vor Kurzem noch davon überzeugt, ein Album namens „Schattengewächse“ zu veröffentlichen, so bin ich heute davon überzeugt, dass meine Themen sich gewandelt haben. Denn ich bin ein Glückskind. Das war ich schon immer – und waren die Widrigkeiten auch noch so widerlich – ich habe nie daran gezweifelt, dass wieder alles gut wird.

Deshalb möchte ich meine Gewichtung auch etwas anders verteilen. Die „Schattengewächse“ sind ein wichtiger Teil von mir, aber ich fühle mich vor allem als Glückskind. Deshalb wird am 7.12.2021 meine EP „Schattengewächse“ erscheinen, und am 7.7.2022 mein erster Longplayer, „Glückskind. <3 Freue mich, diese Neuigkeiten mit Euch zu teilen und freue mich weiter aufs Aufnehmen, Sortieren und Schreiben. Und natürlich auf eine große Sause im kommenden Jahr.

In diesem Sinne: auf bald!

Eure Nadine

liebe liebe liebesgeschichten – in text und ton

Am allerliebsten schreibe und erzähle ich Liebesgeschichten. In Text und Ton. Am Samstag darf ich wieder ein Paar begleiten und das freut mich ganz besonders. Long time no sing, no see, no garnix. Für meinen und wahrscheinlich jedermanns Geschmack zu lange, zu weit auseinander, zu wenig Musik. Aber: Gottlob gesund und glücklich. ❤

Neulich hat mir meine liebe Schwägerin Angela einen Floh ins Ohr gesetzt: Denn vor 5 Jahren habe ich bei meiner zweiten lieben Schwägerin Luisa und ihrem Mann André eine Traurede gehalten. Im Anschluss habe ich gesungen und – true story – nach dem Singen meinen Mann kennengelernt. Zuerst hat er sich in meine Stimme verliebt, was meine Eitelkeit ziemlich lange ziemlich doof fand. Aber inzwischen finde ich das toll. Denn meine Stimme ist mein Innerstes, und das hat er geliebt, lange bevor ich es lieben konnte. Mein Äußeres glücklicherweise auch. 😃

Festgehalten: die Schönheit des Moments

Was es jetzt mit dem Floh im Ohr auf sich hat? – Angela dachte, ich sei professionelle Traurednerin, obwohl ich seinerzeit noch glücklich in Festanstellung Texte schrieb. Auch Luisa hat mich schon einmal auf diese Idee gebracht. Aber im Alltag, mit einem Hirn voller bunter Seifenblasen und als bekennende Guck-in-die-Luft-und-leb-den-Moment-Rumhüpferin, habe ich die Idee innerlich verlegt. Ganz ehrlich: Es tat auch nicht Not. Nun aber ist die Geschäftsidee da, ich bin selbstständig und neben Konzerten, sonstigem Singsang und Texten aller Art – biete ich hiermit offiziell ein Einzel- oder Kombipaket Text und Ton an: Ich erzähle Eure Liebesgeschichte und singe Euch das passende Lied dazu. Und ich kann versprechen: Es wird Euch bewegen. Außerdem wird Eure Liebesgeschichte verewigt. In der Schönheit des Moments und auf Papier.

Die Traurede. Fotos: Lisa Dietermann

Selbstverständlich bin ich auch für Einzelaufträge zu haben und freue mich in fast jeder erdenklichen Form, Teil Eurer Liebesgeschichte zu werden. Schreibt mich einfach an. Wir finden Euer Paket.

Am Samstag übrigens heiraten der Bruder meines Mannes und seine Frau kirchlich. Ich bin aufgeregt und freue mich unglaublich. Ein Hoch auf die Liebe, Liebe Liebe. Und auf große Liebesgeschichten. ❤

tg mauss – momente vol. 1

Kürzlich lief ein John-Cage-Abend im SWR-Fernsehen. Gesehen habe ich ihn noch nicht, aber gedanklich bin ich mal wieder an „4’33“ hängen geblieben. Ganz besonders, weil ich in die neue Platte von TG Mauss reinhören durfte. Der New Yorker in Düsseldorf ist im Broterwerb-Leben Architekt und Designer. In seinem Künstlerleben designt er hervorragende elektronische Musik. Diese bezieht jenen Hintergrund, den der Avantgarde-Komponist Cage 1952 zur Hauptsache machte, auf herrlichste Weise mit ein. Auf seiner neuesten Platte zu hören: die Zeit der Distanz – und mehrere Funken Hoffnung.

Grillen, Gitarrenmusik und Störgeräusche

TG Mauss auf meinem Balkon. Beitragsfoto: Max Sand

Kaum besser hätte der Start des im Mai auf Hauch Records erschienenen Longplayers „Momente“ in die letzten Tage passen können. „Hitze“ lässt den Zuhörer eintauchen in ein grünes Gartenstück mit zirpenden Grillen, Gitarrenmusik und wohl gesetzten Störgeräuschen. Meditatives Eintauchen inklusive. Ankommen in einem schummrig-schwitzigen Moment, aus dem nicht wenige in den letzten Monaten sicher gerne geflüchtet wären. Getragen, angenehm leicht und mit sanft gesetzten Dissonanzen setzt sich das Album in Bewegung. Effektgeräte und Gitarre bleiben nicht immer gefällig, „Frost“ etwa zieht fordernd in der Magengegend, um sich schließlich im fast schon pompösen „Bliss“ aufzulösen.

Zeitzeugnis mit Nachhall

Die rein instrumentale Reise duch das distanzierte Düsseldorf, in den Garten von Torsten G. Mauss und zu jenen Momenten, die Mauss als musikalische Zeitzeugnisse festhält, lädt zum Träumen, Innehalten und auch zum Feiern ein. Denn dieser ruhigen Dynamik entspringt etwas Neues, noch nie Gehörtes. Wie auch: Diese Alle-Welt-Situation gab es noch nie. Gut, dabei einen Garten wie TG Mauss zu haben. Der Natur, Geräusch, kreierte Töne vereint. Ohne Hast, eben: mit Auge und Ohr für den Moment. Und um den geht es ja schließlich.

So folgt der stechenden „Distanz“ auf dem Album das menschliche Miteinander. „Kimdo“ klingt wie Aufbruch, wie der Neustart. „Momente Vol. 1“ hält den Finger sowohl in die Wunden als auch in die Wunder der vergangenen Zeit. Mal minimal, mal mit Pomp, immer hörenswert. In diesem Sinne: auf den Neustart!

P.S.: Bereits im April erschien die EP „Fragmente Vol. 1“. Ebenso hörenswert.