Musikgeschichten

tschakka!

Wie oft ich in meinem Leben Tschakka gesagt habe? Hunderte Male ganz bestimmt. Gesehen habe ich den Spruch in ganz jungen Jahren als Veräppelung eines niederländischen Motivationstrainers bei der Wochenshow. Alles lange her, eigentlich Haha gemeint und trotzdem ist das Tschakka so tief in mir verankert, dass es nicht mehr wegzudenken ist.

Tschakka die Tschak!

Auch die Musik habe ich als emotionale Weitermach-Hilfe gebraucht. Alles erscheint ausweglos? Die Welt seltsam? Tschakka, erstmal singen! Die Musik war immer meine Verbündete, meine Möglichkeit, meinen zwischenzeitlich übervollen Kopf abzustellen und nicht zu platzen vor Gefühl. Ein großes Glück! Auch, daran zu glauben, etwas zu schaffen. In der Schule bereits habe ich bei jeder Gelegenheit Tschakkas verteilt – und ich glaube immer noch dran, dass es immer irgendwie weitergeht. Meistens sogar: besser. Auch wenn es hier und da ruckelt. Seit für mich mit zehn Jahren aus ersten Basszupfern und Wortideen Lieder wurden, ist Musik mein Tschakka, mein Tagebuch, meine Reflexionsmöglichkeit. Und das Wort-Pendant klingt doch wahrlich rhythmisch, das kommt mir und meiner Vorstellung von wunderbarer Musik sehr entgegen. 🙂

Tschakka! Fotos: Fabian Siepen, Julia Gagaik

Nun, in meiner neuen Situation während Corona, als Neu-Mama und das erste Mal ohne Festanstellung seit sehr, sehr langer Zeit, muss ich mich manchmal daran erinnern, nicht in ein ‚Ich kann nichts, ich bin nichts und überhaupt!.‘ zu verfallen. Aber ich kenne diesen Gedanken und ersetze ihn seit Jahr und Tag durch ein beherztes Tschakka! Ich, Du, Wir können alles und ehrlich gesagt: Viel brauch ich meistens gar nicht. Außerdem kann ich meiner Kreativität nun freien Lauf lassen. Ein großer Luxus, sogar! Worauf ich mich noch freue: irgendwann wieder am Meer herumzuhüpfen und die schönsten Sonnenunter- und aufgänge zu bewundern. Denn die Welt ist schön und – wie eine sehr weise Postkarte mir einmal mitteilte – vom Mond aus betrachtet spielt das alles nun wirklich eine sehr sehr kleine Rolle. 😀

„Dieses Kribbeln, dieses Kribbeln im Bauch erlischt nicht. Dieses Kribbeln steigt vom Bauch hoch ins Gesicht.“ (aus „Tochter des Windes“)

In diesem Sinne: Tschakka! Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!
Eure Nadine

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